Unterrichtsorganisation


Pädagogische Grundhaltung

 

 

Die kranken Kinder und Jugendlichen befinden sich in einer besonders belasteten Lebenssituation. Sie nehmen manchmal von einer Sekunde auf die andere nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teil. Angst und Sorgen, manchmal lebensverkürzende Prognosen, bestimmen die Gedankenwelt der Schülerinnen und Schüler und deren Eltern. Die Schule für Kranke muss sich verstärkt den Grundfragen des Lebens stellen, da Krankheit und Behinderung das weitere Leben ihrer Schülerinnen und Schüler zeitweise oder lebenslang bestimmen. Curriculare Forderungen werden dabei nicht über menschliche Schicksale gestellt.

 

Alle pädagogischen Maßnahmen orientieren sich an der Krankheit, der Individualität der kranken Schülerinnen und Schüler und an deren eigenen zur Krankheitsbewältigung gehörenden Verhalten. Den Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien wird auf Grundlage einer traumapädagogischen Haltung mit dem größten Respekt und Achtung vor den daraus resultierenden Bewältigungsstrategien in dieser besonderen Lebensituation begegnet. 

 

 

 

 

Unterricht

 

 

Im Klinikum

 

Die Kinder und Jugendlichen der folgenden Stationen erhalten Einzelunterricht am Krankenbett oder im Schulraum direkt im Klinikum.   

  • Allgemeinpädiatrie und Infektionskrankheiten
  • Kinderchirurgie und Zentrum für schwerbrandverletzte Kinder
  • Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
  • Neuropädiatrie und Frührehabilitation

Der Unterrichtsinhalt ergibt sich entweder durch Aufgaben der Stammschule der Patientinnen und Patienten oder wird nach Rücksprache mit den Kindern und Jugendlichen zusammengestellt. Zu diesem Zweck befindet sich ein mit Lehrwerken und Lehrmaterial qualitativ und quantitativ gut ausgestattetes Lehrerzimmer direkt im Klinikum.  

 

 

In der Schule

 

Die Kinder und Jugendlichen der folgenden Station erhalten den Unterricht im Gebäude der Mönchebergschule.

  • Pädiatrische Psychosomatik

Der Unterricht erfolgt schwerpunktmäßig in den  Hauptfächern Mathematik, Deutsch und Englisch. Darüber hinaus wird Unterricht in den Fächern Französisch, Spanisch, Politik und Wirtschaft, Kunst, Werken, Sport und methodisches Arbeiten erteilt.

Die Unterrichtsinhalte richten sich nach den hessischen Kerncurricula, den jeweiligen Lehrplänen und den gegebenen Informationen der Stammschulen. Des Weiteren findet der Unterricht einzeln oder in Kleingruppen statt, wobei die Anzahl der Wochenstunden je nach Krankheitsbild variiert und in Abstimmung mit den Therapieplänen der verschiedenen Stationen erfolgt.

 

 

Hausbeschulung     

 

Nach Beauftragung durch das staatliche Schulamt findet der Unterricht im Rahmen des Sonderunterrichts in der häuslichen Umgebung des Kindes oder der/des Jugendlichen statt. Die Beschulung im Sonderunterricht richtet sich in hohem Maße nach der gesundheitlichen Verfassung der Schülerin bzw. des Schülers und wird individuell abgestimmt. 

 

 

Pädagogische Schwerpunkte

  • Schule als Alltagserfahrung von Kindern und Jugendlichen ermöglichen
  • Förderdiagnostik
  • Regelmäßige Beratungs- und Informationsgespräche mit Ärzten, Therapeuten und Lehrkräften der Stammschule
  • Schülerinnen und Schüler individuell fördern und entsprechend ihrer Stärken und Schwächen begleiten
  • Individuellen Kenntniserhalt und Kenntniszugewinn fördern 
  • Schullaufbahnberatung
  • Förderplan und Schulbericht als Beratungsgrundlage für die nachfolgenden Kolleginnen und Kollegen
  • Reintegration an eine weiterführende Schule

 

 

Angebote neben dem Unterricht

  • Projektwoche zum Schuljahresbeginn
  • Projekttage - monatlich mit wechselnden Schwerpunkten
  • Förderunterricht nach Förderplan
  • Hausaufgabenunterstützung
  • Kreative Angebote am Nachmittag
  • Erlebnisorientierter Unterricht
  • Jahreszeitliche Feste